Flugbetrieb

Mit dem Ambulanzflugzeug bis nach Bangkok und zurück

Im wohlverdienten Jahresurlaub erleidet Edith Ripper auf der thailändischen Insel Ko Samui einen Herzinfarkt. Die DRF Luftrettung holt die 62-Jährige mit dem Learjet zurück nach Deutschland.
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Ein Ambulanzflugzeug der DRF Luftrettung im Flug
Im Jahr 2019 starteten die Crews des Ambulanzflugbetriebs zu 222 Einsätzen und legten insgesamt über 800.000 Kilometer Flugstrecke zurück. (Quelle: DRF Luftrettung)

Mehr als 9.000 Kilometer von der Heimat entfernt verbringt Edith Ripper gemeinsam mit ihrem Ehemann Gerald ihren Urlaub auf der thailändischen Insel Ko Samui. Am Abend des 14. Dezember 2019, so gegen 23 Uhr, fühlt sie sich plötzlich schlecht und weckt ihren Mann. Aufgrund von Ediths Herzvorerkrankung begeben sie sich sofort ins nächste Krankenhaus. „Im Laufe des nächsten Tages verschlechterte sich Ediths Zustand immer weiter. Es war klar, um zu überleben, musste sie so schnell wie möglich in eine Spezialklinik“, erzählt Gerald Ripper. „Im Krankenhaus fiel mir dann unsere Fördermitgliedschaft bei der DRF Luftrettung ein.“ Sofort wählt der 63-Jährige die Nummer des Alarmtelefons. Was dann passiert, ist für ihn noch immer unvorstellbar: „So etwas hätte ich mir nie erträumt! Ich kann bis heute nicht glauben, mit welcher Einsatzbereitschaft und Professionalität alle beteiligten Personen für die schnelle Verlegung von Edith gesorgt haben.“

Denn kaum ist das Telefonat beendet, legt Markus Kellner, Einsatzkoordinator in der Einsatzzentrale der DRF Luftrettung, los. „Der Anruf ging gegen Ende meiner Nachtschicht ein“, erinnert sich Kellner. „Aufgrund der kritischen gesundheitlichen Verfassung von Frau Ripper, habe ich im Anschluss an das Gespräch mit Herrn Ripper den diensthabenden Arzt aus dem Bett geklingelt. Nach der zügigen Abklärung mit dem Krankenhaus auf Ko Samui organisierten wir mit einem Dienstleister vor Ort die Verlegung in eine Spezialklinik nach Bangkok.“ Für Gerald Ripper ein erster Hoffnungsschimmer, denn in den folgenden Tagen stabilisiert sich Ediths Zustand.

Das Ambulanzflugzeug macht sich auf den Weg

Am 20. Dezember dann der erlösende Anruf: „Es ist alles geklärt. Morgen landet unser Flugzeug und zwei Tage später geht es für Ihre Frau zurück nach Deutschland.“ Denn die Einsatzzentrale hatte über die gesamte Zeit mit Hochdruck an der Organisation der Rückholung nach Deutschland gearbeitet und dafür unter anderem Überflug- und Landegenehmigungen eingeholt sowie Tankstopps geplant. „Ich war sprachlos und natürlich sehr erleichtert,“ freut sich Gerald Ripper noch heute.

Die Luftretter*innen eines der beiden Ambulanzflugzeuge der DRF Luftrettung erreicht die Alarmierung während eines anderen Einsatzes, der sie in die libanesische Hauptstadt Beirut geführt hat. Noch am selben Tag legt die Crew die erste Etappe bis nach Dubai zurück. „Wir sind zum Glück immer alle darauf eingestellt, dass es von einem Einsatz zum nächsten gehen kann. Daher war es für uns kein Problem, direkt weiterzufliegen“, berichtet Co-Pilot Christian Schaub. Gemeinsam mit Kapitän Nino Kehrer, Notärztin Christine Hofbauer und Notfallsanitäter Tim Polak geht es am nächsten Tag in Richtung Bangkok weiter, wo sie nach mehr als sieben Flugstunden kurz vor Mitternacht landen. Dort trifft die Crew auf Pilot Herbert Kauth, der per Linienflug ebenfalls nach Thailand angereist ist, da für den weiten Weg zurück zur Einhaltung der Ruhezeiten ein weiterer Pilot benötigt wird.

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Mitarbeiter der DRF Luftrettung schaut auf einen Bildschirm
Flugtechnisch und medizinisch koordiniert werden die weltweiten Einsätze der Ambulanzflugzeuge durch die Einsatzzentrale, die Ansprechpartner für im Ausland verletzte oder erkrankte Förder*innen der DRF Luftrettung ist. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Der Pilot eines Ambulanzflugzeugs der DRF Luftrettung schließt die Luke des Flugzeugs
Die mit erfahrenen Pilot*innen und medizinischen Teams besetzten Learjets der DRF Luftrettung starten vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden zu ihren Einsätzen. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Ein Fluglotse steht vor einem Learjet der DRF Luftrettung.
Vor jedem Ambulanzflug führen Einsatzkoordinatoren eine Flugplanung durch. Dabei klären sie unter anderem die Flugroute, Ausweichflughäfen sowie den Treibstoffbedarf ab. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Drei Techniker arbeiten an einem Triebwerk eines Ambulanzflugzeugs der DRF Luftrettung
In der hauseigenen Werft, ebenfalls am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden angesiedelt, werden die Ambulanzflugzeuge entsprechend gewartet und instandgehalten. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Ein Ambulanzflugzeug der DRF Luftrettung im Flug
Thailand ist eines von 35 Ländern, die die Crews der beiden Learjets der DRF Luftrettung im Jahr 2019 angeflogen sind. (Quelle: DRF Luftrettung)
Beste medizinische Versorgung – auch während des Fluges

Nach einer kurzen Nacht machen sich Notärztin Hofbauer und Notfallsanitäter Polak am nächsten Morgen auf den Weg ins Krankenhaus, wo sie Edith Ripper kennenlernen und mit den Medizinern vor Ort alles für den bevorstehenden Rücktransport besprechen. Bereits weniger als 24 Stunden später brechen Crew und Patientin zu ihrer knapp 18-stündigen Reise auf und landen am Abend des 23. Dezembers in Frankfurt am Main. Die medizinische DRF-Crew übergibt Edith Ripper an das Team eines Intensivtransportwagens, das die letzte Etappe der Rückholung bis zur Zielklinik übernimmt – ebenfalls von der Einsatzzentrale arrangiert.

Von den damaligen Abläufen ist Gerald Ripper nach wie vor begeistert: „Nach meinem Anruf musste ich mich um nichts mehr kümmern. Ich konnte mich komplett auf die DRF Luftrettung verlassen. Dafür sind Edith und ich immer noch sehr dankbar. Heute geht es meiner Frau trotz eines Rückschlags im Mai dieses Jahres nach und nach wieder etwas besser.“

Ich konnte mich komplett auf die DRF Luftrettung verlassen. Dafür sind Edith und ich immer noch sehr dankbar.
Gerald Ripper

All das ermöglicht das weltweite Rückholversprechen des Fördervereins der DRF Luftrettung. „Im Notfall holen wir bei entsprechender Indikation jedes unserer Mitglieder aus dem Ausland nach Hause zurück“, erläutert Einsatzkoordinator Kellner. „Dafür sind wir an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr über das Alarmtelefon der Einsatzzentrale erreichbar. Und wenn es notwendig ist, fliegen wir auch mal um die halbe Welt und zurück, um eines unserer Fördermitglieder wohlbehalten nach Hause zu holen.“

Autorin: Maren Wittmann - PR-Redakteurin

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