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Das ECMO Gerät wird von einem Crew Mitglied gehalten
Vor rund 100 Jahren noch zimmergroß, heute klein genug für einen Transport im Hubschrauber: die ECMO. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Patient wird in den Rettungshubschrauber geladen
Nach Beginn der ECMO-Therapie am Einsatzort wird der Patient zur weiteren Behandlung schnellstmöglich per Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Eine künstliche Lunge steht auf einem Tisch
In regelmäßigen Intensivtransportkursen (DIVI) schult die Akademie der DRF Luftrettung Mitarbeitende und Externe im Umgang mit der künstlichen Lunge. (Quelle: DRF Luftrettung)
29.10.2020
Medizin

ECMO-Behandlung: Wenn Herz oder Lunge versagen, fliegen die Luftretter*innen hochentwickelte Medizintechnik zum Patienten

Ohne ausreichende Funktion von Herz und Lunge stirbt ein Mensch innerhalb kürzester Zeit. Nach schweren Unfällen oder Erkrankungen wie Pneumonie (Entzündung des Lungengewebes) oder Blutvergiftung, kann es jedoch zu akutem Lungenversagen kommen. Und auch bei schweren Herzerkrankungen besteht die Gefahr, dass das Herz nicht kräftig genug schlägt, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen, und sich dadurch zu viel Kohlendioxid im Blut anreichert. Für Patient*innen, deren Herz oder Lunge sehr geschwächt oder sogar ausgefallen ist, besteht oft die einzige Überlebenschance in einer hochkomplexen ECMO-Behandlung. ECMO steht hier für „extrakorporale Membranoxygenierung“ und bezeichnet ein Gerät, das als transportable „Künstliche Lunge“ eingesetzt wird: Es kann die natürlichen Funktionen der Lunge und des Herzens maschinell unterstützen oder sogar übernehmen. Dabei wird das sauerstoffarme Blut des Patienten über eine Kanüle aus dem Körper in die Herz-Lungen-Maschine geleitet. Dort wird es mit Sauerstoff angereichert und von überschüssigem Kohlendioxid befreit, ehe es wieder in den Körper des Patienten zurückfließt.
Wie funktioniert die ECMO?
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Infografik ECMO
(1) Sauerstoffarmes Blut wird dem Körper mit Hilfe einer Pumpe entzogen.
(2) Das Blut wird durch eine gasdurchlässige Membran gedrückt, mit Sauerstoff angereichert ...
(3) ... und von Kohlendioxid befreit.
(4) Sauerstoffhaltiges Blut fließt zurück in den Körper.
Mit dem Hubschrauber am schnellsten beim Patienten
Dieses medizinische Verfahren wird jedoch nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt. Die Entfernung zwischen einem Patienten und der stationären ECMO ist daher oft sehr groß. Mit dem Hubschrauber kommen ECMO und Patient*in häufig am schnellsten zusammen: Bei einem Intensivpatienten durch den Transport zwischen zwei Kliniken oder bei einem Notfallpatienten durch den Transport der ECMO an den Einsatzort.
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Eine künstliche Lunge steht auf einem Tisch
In regelmäßigen Intensivtransportkursen (DIVI) schult die Akademie der DRF Luftrettung Mitarbeitende und Externe im Umgang mit der künstlichen Lunge. (Quelle: DRF Luftrettung)
Dies ist nur aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Medizintechnik möglich: Hatten die ersten Herz-Lungen-Maschinen vor rund 100 Jahren noch die Größe eines Zimmers, sind einige der heutigen Modelle so klein und leicht, dass sie für einen mobilen Einsatz im Hubschrauber geeignet sind. Bereits seit 2006 führt die DRF Luftrettung daher an einigen ihrer Stationen zusammen mit Spezialisten aus Kliniken ECMO-Transporte durch und hat so vielen Menschen das Leben retten können: Durch Einsätze am Unfallort ebenso wie durch ECMO-Transporte zwischen Kliniken.
Pressekontakt
Telefon: +49 711 7007 2205     Telefax: +49 711 7007 2279
Presseverteiler
Autoren
Anne Kunzendorf
Stv. Leiterin Kommunikation & Marketing
Filderstadt
DRF Luftrettung
Kommunikation & Marketing
Filderstadt