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05.11.2015 | News-Bericht

Beim Geocaching vom Baum gestürzt

  • Nach einem Sturz aus 12 Metern Höhe benötigt eine Frau schnelle Hilfe des rot-weißen Rettungshubschraubers der DRF Luftrettung.
    Nach einem Sturz aus 12 Metern Höhe benötigt eine Frau schnelle Hilfe des rot-weißen Rettungshubschraubers der DRF Luftrettung.

Die Schnitzeljagd im GPS-Zeitalter nennt sich Geocaching. Anleitungen dafür findet man im Internet, dort wird man auch über Startpunkte möglicher Schatzsuchen informiert. Wer alle Hinweise richtig versteht, findet schließlich das sogenannte Cache – in der Regel ein wasserfestes Behältnis, in dem kleine Gegenstände zu finden sind, oder ein Logbuch, in das man sich eintragen kann. Dass Geocaching kaum eine Altersgrenze kennt, beweist der Fall einer 65-Jährigen, die sich gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn auf Schatzsuche begeben hat. Ein Hinweis führte sie in den Wipfel eines hohen Baumes. Die entsprechende Kletterausrüstung hatte sie dabei, Stück für Stück zog sich die Frau nach oben. Doch plötzlich erfasste sie Panik, sie klammerte sich an ihr Seil und löste dabei in zwölf Metern Höhe versehentlich ihre Sicherung …

Sofort nach dem Unglück wählte der Schwiegersohn die 112, der Leitstellendisponent alarmierte den Dresdner Hubschrauber der DRF Luftrettung. „Der Unfallort befand sich in einem kleinen Waldstück und direkt am Rand einer Lichtung. Wir konnten von oben den Schwiegersohn der Patientin erkennen, der auf sich aufmerksam machte“, erinnert sich Mario Wüstner, Pilot der DRF Luftrettung in Dresden. Keine vier Minuten nach der Alarmierung konnte Mario Wüstner den rot-weißen Rettungshubschrauber bereits auf dem Feld landen. Notarzt Dr. Ulf Aschenbrenner und Rettungsassistent Heiko Roth eilten sogleich zur Patientin, um mit der Versorgung zu beginnen. „Im Rettungsdienst gibt es immer wieder Momente, in denen man weiß: Das könnte heute knapp werden“, erzählt Rettungsassistent Roth. „Als wir den Zustand der Frau erkannten, wussten wir: Dies ist ein solcher Moment.“

Oberschenkel, Rippen, aber vor allem Becken und Wirbelsäule wiesen lebensbedrohliche Brüche auf. „Es bestand die Gefahr, dass durch diese Frakturen wichtige Blutgefäße zerstört wurden und sich in der Folge Blut an verschiedenen Körperstellen ansammelt, die Patientin also innerlich verblutet. Blutdruck und Puls ließen bereits darauf schließen“, erinnert sich Heiko Roth. „Wir durften keine Zeit verlieren, die Patientin musste schnellstmöglich ins Krankenhaus, das war ihre einzige Chance.“ Zur Schmerzbekämpfung und Stabilisierung des Kreislaufs verabreichte Notarzt Dr. Ulf Aschenbrenner Medikamente und Infusionen. Anschließend behandelte er gemeinsam mit Heiko Roth die Frakturen. „An der Hüfte fixierten wir einen Beckengurt, der den Bruch stabilisieren sollte; zum Schutz der Wirbelsäule nutzten wir eine Halskrause. Dann legten wir die Patientin auf ein Spineboard – eine spezielle Trage, auf der sie mit Gurten fixiert wurde.“ Auch der Rettungswagen hatte sich inzwischen durch das unwegsame Gelände gekämpft. Die Kollegen unterstützten sofort, gemeinsam wurde die Patientin in den Hubschrauber getragen.

Keine zehn Minuten nach Abflug vom Unfallort lag die Frau bereits im Schockraum des Dresdner Universitätsklinikums, wo sie an die dortigen Ärzte übergeben wurde. Wie wichtig der Einsatz der Luftretter für die Patientin war, weiß Heiko Roth: „Ohne die zeitnahe Versorgung und den schnellen und schonenden Transport im Rettungshubschrauber hätte die Frau höchstwahrscheinlich nicht überlebt.“

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