20.02.2012 | Pressemitteilung

20.000. Einsatz für Greifswalder Hubschrauber

Der Greifswalder Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung leistete am vergangenen Wochenende seinen 20.000. Einsatz seit Übernahme der Station durch die DRF Luftrettung im April 1992. Die Leitstelle Rügen alarmierte die Besatzung am Samstag um 14.21 Uhr zu einem internistischen Notfall.

Auf der Insel Rügen hatte ein 57-jähriger Mann einen Herzinfarkt erlitten und musste dringend in eine spezialisierte Klinik transportiert werden. Nur zwei Minuten nach der Alarmierung war „Christoph 47“ in der Luft und landete wenig später am rund 70 Kilometer Luftlinie entfernten Einsatzort. Notarzt und Rettungsassistent der DRF Luftrettung übernahmen umgehend die Versorgung des in Lebensgefahr schwebenden Mannes. Die schnelle Versorgung durch einen Notarzt und der unverzügliche Transport in eine Spezialklinik tragen zur optimalen Versorgung eines Herzpatienten bei. Dadurch können nicht nur Leben gerettet, sondern auch die Heilungschancen erheblich gesteigert werden. Nachdem der Patient stabilisiert war, wurde er an Bord von „Christoph 47“ in nur 16 Minuten in das Klinikum Stralsund geflogen. Ein bodengebundener Transport hätte rund eine Stunde gedauert.

Der Greifswalder Rettungshubschrauber kehrte um 16.12 Uhr wieder einsatzbereit an die Station zurück. Insgesamt leistete der rot-weiße Hubschrauber an diesem Tag drei Patienten schnelle Hilfe.

Internistische Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall waren im vergangenen Jahr die häufigsten Einsatzgründe für „Christoph 47“. Pilot Burkhard Piper erläutert die Bedeutung des Hubschraubers für die Region: „Besonders für die Bewohner der umliegenden Inseln, wie beispielsweise Rügen, Hiddensee und Usedom, ist die Luftrettung sehr wichtig. In der letzten Woche waren wir nahezu täglich auf der Insel Rügen im Einsatz. Allein heute waren dort drei Patientinnen auf unsere schnelle medizinische Hilfe angewiesen.“

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder gar Herzstillstand rät die DRF Luftrettung sofort zu handeln:

  • Nehmen Sie Symptome wie Stechen in der Brust, Atemnot oder plötzlichen Schwindel Ernst! Unterschätzen Sie die Risiken nicht, denn jeder dritte Herzinfarkt endet tödlich.
  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112! Bewahren Sie Ruhe und schildern Sie genau wo Sie sich befinden, was passiert ist und warten Sie auf Rückfragen.
  • Leisten Sie Erste Hilfe: Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage und der Mund-zu-Mund/Nase-Beatmung, wenn der Patient bewusstlos ist, keine Atmung feststellbar und kein Puls tastbar sind. Führen Sie diese Reanimationsmaßnahmen bis zum Eintreffen eines Notarztes ununterbrochen fort.
  • Halten Sie nach einem Defibrillator Ausschau! In vielen öffentlichen Gebäuden, an Flughäfen und in Einkaufszentren stehen diese oft zur Verfügung. Durch die gezielte Abgabe von Stromstößen kann ein Herzkammerflimmern damit unterbrochen werden.

 

Hintergrundinformationen zu „Christoph 47“

Der an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald stationierte Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung ist täglich von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten (HEMS Crew Member) besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 50 Kilometern kann „Christoph 47“ in 15 Minuten erreichen. Sein Einsatzgebiet umfasst die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte. Regelmäßig finden für die Greifswalder Luftretter Wasserrettungsübungen vor der Insel Greifswalder Oie statt. Die Übungen werden in Zusammenarbeit mit dem Seenotrettungskreuzer Wilhelm Kaisen der DGzRS, dem Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität und Rettungsschwimmern der Berufsfeuerwehr Greifswald durchgeführt.
Hintergrundinformationen

Die DRF Luftrettung setzt an 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark rund 50 Hubschrauber für die Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Darüber hinaus werden weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen durchgeführt. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation auf die Unterstützung von Förderern angewiesen, Infotelefon: 0711-70072211.