03.04.2012 | Pressemitteilung

Simulatortraining an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Erstmals fand im Simulatorzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover am 30. und 31. März ein gemeinsames Simulatortraining mit der medizinische Besatzung von „Christoph Niedersachsen“ und Ärzten und Intensivpflegekräften der MHH-Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin statt. Geübt wurde die Patientenübergabe/-übernahme auf der Intensivstation anhand einer High-Tech-Simulationspuppe.
Ein Patient soll mit starken Schmerzen in der Brustgegend aus einem kleinen Krankenhaus in die Medizinische Hochschule Hannover eingeliefert werden. Nach Abklärung muss der intensivpflichtig gewordene Patient zunächst auf die kardiochirurgische Intensivstation, um dann baldmöglichst am Herzen operiert zu werden. Es wird mindestens einen Verschluss der Herzkranzgefäße vermutet. Der am Flughafen Hannover stationierte Hubschrauber der HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH wird als schnellstes Transportmittel angefordert. Die medizinische Besatzung von „Christoph Niedersachsen“ übernimmt den Patienten auf der Intensivstation: Hierbei informieren die behandelnden Ärzte die Luftretter über die eingeleitete Therapie und die verabreichten Medikamente, damit die intensivmedizinischen Maßnahmen während des Transports an Bord des Hubschraubers weitergeführt werden können. Wenig später ist der Hubschrauber der HSD Luftrettung mit dem Patienten in der Luft.

Ein Szenario, das für die Besatzung des am Flughafen Hannover stationierten Hubschraubers der HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH, der vorrangig für Intensivtransporte angefordert wird, fast alltäglich ist. Daher lag der Fokus bei dem 1,5-tägigen Simulatortraining auf der Übernahme/Übergabe von intensivpflichtigen Patienten, die beispielsweise an schweren Herz- und Lungenerkrankungen leiden: Was ist bei diesen schwerkranken Patienten bei der Übergabe zu beachten? Welche medizinischen Absprachen und Maßnahmen sind zu treffen?

Es besteht eine enge Kooperation zwischen der Hannoverschen Station der HSD Luftrettung und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, da diese zu einem großen Teil die Ärzte an Bord von „Christoph Niedersachsen“ stellt. Daher trainierten die 15 Teilnehmer in wechselnden Team-Zusammensetzungen realitätsnahe Szenarios. Kameras filmten die jeweils ca. 15-20 minütigen Simulatorsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven und Mikrofonen und nahmen die Kommunikation im Team auf. In den videounterstützten Nachbesprechungen konnten die Teilnehmer ihr Verhalten am Patienten selbst überprüfen und auch den Kollegen über die Schulter schauen.

Hintergründe

Die DRF Luftrettung führt schon seit über acht Jahren simulatorbasierte Teamtrainings für ihre Besatzungen an den Hubschrauberstationen und in Kliniken durch. Insgesamt hat die Luftrettungsorganisation bereits rund 2.000 Teilnehmer geschult. Ziel ist es, das medizinische Personal optimal auf ihre Einsätze vorzubereiten und die übergreifende Zusammenarbeit, insbesondere an der Schnittstelle Klinik – Rettungsdienst/Luftrettung, zu verbessern.

Mehr zu „Christoph Niedersachsen“

Der am Flughafen Hannover stationierte rot-weiße Hubschrauber mit dem Funkrufnamen „Christoph Niedersachsen“ ist 24 Stunden täglich einsatzbereit und tagsüber mit einem, nachts mit zwei Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt. Für Intensivtransporte wird der Hubschrauber über die Koordinierungsstelle Hannover des Landes Niedersachsen angefordert. Darüber hinaus wird „Christoph Niedersachsen“ tagsüber bei Nichtverfügbarkeit anderer Rettungshubschrauber als nächstgelegener Hubschrauber zu Notfalleinsätzen alarmiert. Zum Team gehören insgesamt sieben Piloten, 29 Intensivmediziner und 15 Rettungsassistenten. 

Die DRF Luftrettung

Die HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH ist Teil der DRF Luftrettung. Diese setzt allein in Deutschland an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. In Dänemark und Österreich kommen drei weitere Stationen hinzu. Über die regionale Luftrettung hinaus führt die DRF Luftrettung weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen und hoch qualifiziertem Personal durch. Im Jahr 2011 leistete die DRF Luftrettung insgesamt 38.366 Einsätze. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation auf die Unterstützung von Förderern angewiesen, Infotelefon: 0711- 70072211.