18.04.2020 | Pressemitteilung

Zum Schutz von Patienten und Crews: Station Regensburg mit EpiShuttle im Einsatz

  • Die Patienten können über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden (Quelle: DRF Luftrettung).

„Christoph Regensburg“ wird als weiterer Hubschrauber der DRF Luftrettung im Laufe dieses Wochenendes mit einem sogenannten „EpiShuttle“, einer speziellen Isolationstrage, ausgestattet.

Die DRF Luftrettung investiert weiter in den Schutz ihrer Patienten und Crews: Nach dem zusätzlich zur Verfügung gestellten Intensivtransporthubschrauber „Civil Air Ambulance“ sowie „Christoph 51“ in Stuttgart wird als dritter Hubschrauber der DRF Luftrettung „Christoph Regensburg“ mit einer speziellen Isoliertrage, einem sogenannten „EpiShuttle“, ausgestattet. Weitere acht Stationen sollen zeitnah folgen. Durch den Einsatz der Trage sind die Regensburger Luftretter nicht nur optimal geschützt, sondern sparen auch wertvolle Zeit, da die besonders aufwändige Desinfektion des Hubschraubers nach Einsätzen mit Corona-Infizierten so nicht notwendig ist.

Aufgrund der Lage der Station im ostbayerischen Raum und der dortigen steigenden Nachfrage für Verlegungsflüge von COVID-19-Patienten, lag die Ausstattung von Christoph Regensburg mit einem der weiteren verfügbaren EpiShuttles mehr als nahe,

erläutert Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung. Das innovative „EpiShuttle“ erlaubt es, Patienten wie in einer Isolierstation zu transportieren: Die Person liegt unter einer durchsichtigen Abdeckung, kann über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden.

Prof. Dr. Bernhard Graf, Direktor der Klinik für Anästhesiologie sowie stellv. Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Regensburg, unterstreicht: „Da wir häufig Patienten in einem sehr kritischen Zustand von anderen Intensivstationen übernehmen, die aufgrund des schwierigen Verlaufes eine Ausweitung der Intensivtherapie unter anderem in Form einer ECMO-Therapie benötigen, ist ein rascher und schonungsvoller Transport diese Patienten nötig. Insofern kommt das ‚EpiShuttle‘ gerade zur richtigen Zeit.“

Die Luftrettungsstation Regensburg

Die Station wurde am 1. September 1994 gegründet, seit 2015 startet ein hochmoderner Hubschrauber des Typs H 145 als „Christoph Regensburg“. Bereits seit 2011 setzen die Piloten bei ihren nächtlichen Flügen Nachtsichtbrillen ein. „Christoph Regensburg“ ist rund um die Uhr einsatzbereit und mit einem Piloten (nachts zwei), einem Notarzt sowie einem Notfallsanitäter besetzt. Die Regensburger Luftretter führen regelmäßig hochanspruchsvolle medizinische Spezialtransporte durch, beispielsweise mit dem Inkubator („Brutkasten“) für kritisch kranke Neugeborene oder mit der mobilen Herz-Lungen-Maschine.

Zum Hintergrund

Mehr und mehr Menschen stecken sich mit dem neuartigen Corona-Virus an. Die Zahl derer, die im Krankenhaus versorgt werden müssen, steigt klar mit der Zahl der Infektionen. Um zu überleben, sind immer mehr Patienten auf ein Intensivbett mit Beatmung angewiesen. Durch regional sehr unterschiedliche Fallzahlen haben erste Kliniken keine freien Beatmungsplätze mehr, so dass Verlegungen betroffener Patienten notwendig werden.

Die DRF Luftrettung ist in der Lage, bei Engpässen Patienten schnell und unter intensivmedizinischen Bedingungen in eine Klinik mit freiem Beatmungsbett zu fliegen. Doch der Transport von Corona-Infizierten stellt für die Crew ein besonderes Risiko ihrer eigenen Gesundheit dar, denn der Innenraum der Hubschrauber ist eng, Pilot, Notfallsanitäter und Notarzt sind im direkten Kontakt mit den Patienten. Zusätzlich müssen die Crews den Hubschrauber nach solchen Einsätzen besonders aufwändig desinfizieren. Mit den EpiShuttles hat die DRF Luftrettung ab sofort die Möglichkeit, ihre Crews ebenso wie die Patienten einfacher und viel wirksamer zu schützen und damit sicherzustellen, auch in Zukunft voll einsatzfähig zu bleiben.

Die Kosten für ein EpiShuttle liegen derzeit bei circa 40.000 Euro. Bei diesen außergewöhnlichen Investitionen in dieser besonderen Zeit setzt die gemeinnützige DRF Luftrettung auch auf Unterstützung durch Spenden.

Fotos

Die Patienten können über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden (Quelle: DRF Luftrettung).

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