Medizin

Luftrettung in Zeiten der Corona-Pandemie

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Eine Notärztin und ein Notfallsanitäter der DRF Luftrettung schieben ein EpiShuttle.
Die DRF Luftrettung hat zu Beginn der Corona-Pandemie in die Anschaffung von elf speziellen Isoliertragen, sogenannter „EpiShuttles“, investiert. (Quelle: DRF Luftrettung)
Die Corona-Pandemie hat auch die Luftrettung vor eine enorme Aufgabe gestellt. Der Weg durch die erste Etappe war geprägt durch frühzeitiges und gezieltes Handeln. Immer im Fokus: das Wohl aller Patient*innen und Einsatzcrews. Mitte März 2020 stand Deutschland plötzlich Kopf: Mit der Ausbreitung des Coronavirus veränderte sich das Leben für jeden Einzelnen grundlegend. Egal ob ein Besuch bei der Familie, ein Abendessen im Restaurant oder der Weg zur Arbeit: Gesellschaftliche Aktivitäten und soziale Kontakte wurden heruntergefahren, der berufliche Alltag veränderte sich. Bis heute ist es ein Wandel, der große Herausforderungen mit sich bringt. Alles mit dem Ziel, die Ausweitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen und somit eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. So stand und steht auch die DRF Luftrettung vor bisher nie gekannten Herausforderungen. Als wichtiger Teil der Rettungskette gilt es, möglichst frühzeitig entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Einsatzbereitschaft der Luftretter*innen vollumfänglich zu sichern. Die gemeinnützige Organisation richtete daher bereits Ende Februar 2020 eine Task Force ein, die seither fortlaufend die aktuelle Lage analysiert und bei Bedarf unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen einleitet. So stellte die DRF Luftrettung nach ausführlichen, aber zügigen Beratungen mit der internen Hygienekommission auf Basis der Informationen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) Mitte März 2020 bei Bürotätigkeiten weitestgehend auf Homeoffice um. An den bundesweit 29 Luftrettungsstationen und in der Werft wurden feste Einsatzteams bzw. Schichtbetrieb eingeführt, um so mögliche Infektionen eindämmen zu können. Zudem wurden alle Mitarbeiter*innen umfassend über die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen informiert. So wurde und wird sichergestellt, dass alle Stationen vollumfänglich einsatzbereit und weiterhin für die Menschen da sind. Insgesamt leisteten die Luftretter*innen im ersten Halbjahr 2020 an den bundesweit 29 Stationen 17.642 Einsätze, 300 davon im Zusammenhang mit Covid-19. 
Wir haben uns frühzeitig mit der neuen Situation auseinandergesetzt und umfangreiche Maßnahmen ergriffen.
Dr. Jörg Braun, Fachbereichsleiter Medizin
Darüber hinaus befasste sich die DRF Luftrettung mit der Frage, in welcher Form sie zur bestmöglichen Bewältigung der Coronakrise und zur Stabilisierung des Gesundheitssystems in Deutschland beitragen könne. Als Ergebnis dieser Überlegungen und einer schnellen Umsetzung stellte die Organisation bereits Ende März 2020 einen zusätzlichen Hubschrauber in Dienst. „Christoph 111“ steht seither am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden schwerpunktmäßig für Intensivtransporte bereit und entlastet das öffentlich-rechtliche Versorgungssystem.  Wenige Tage später konnten dann die ersten beiden der insgesamt elf „EpiShuttles“ angeliefert und eingesetzt werden, spezielle Isoliertragen, die die Hubschrauberbesatzungen beim Transport infektiöser Personen optimal schützen. Seit Mitte Juli 2020 sind alle „EpiShuttles“ bundesweit verteilt und an elf Stationen im Einsatz. „Mit den bisher geleisteten Einsätzen, konnten wir zeigen, dass das ‚EpiShuttle‘ sicher und zuverlässig funktioniert und unsere Einweisungstrainings und die entwickelten Sicherheitskonzepte wirksam sind“, zieht Dr. Jörg Braun ein erstes Zwischenfazit. Für eine optimale Handhabung und Sicherheit wurde zudem durch den EASA Part 21-Entwicklungsbetrieb der DRF Luftrettung eine spezielle Bodenplatte entwickelt, die für eine optimale Befestigung sorgt. „Jedes Menschenleben ist einzigartig und unersetzlich – wenn wir mit unserer Anschaffung daher auch nur in einem Fall dazu beitragen konnten, dass ein Leben gerettet oder die Genesung verbessert werden konnte, hat sich die Investition gelohnt.“  Im Sinne der europäischen Solidarität konnte die Luftrettungsorganisation im Frühjahr 2020 auch bei Verlegungen von französischen Intensivpatient*innen nach Deutschland oder zurück in die Heimat unterstützen. Sie hat gezeigt, dass Zusammenhalt und Solidarität nicht an den Landesgrenzen halt macht.  Nach wie vor ist nicht absehbar, vor welche Herausforderungen das Coronavirus Deutschland, das Gesundheitssystem und damit auch die DRF Luftrettung in Zukunft noch stellen wird. Eines allerdings ist klar: Die Luftretterinnen und Luftretter werden alles unternehmen, um dafür bestmöglich gerüstet und weiterhin uneingeschränkt für Menschen in medizinischen Notlagen da zu sein.
Bilder, Videos und Infografiken
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Die DRF Luftrettung hat zu Beginn der Corona-Pandemie in die Anschaffung von elf speziellen Isoliertragen, sogenannter „EpiShuttles“, investiert. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Das innovative „EpiShuttle“ erlaubt es, Patient*innen mit hochinfektiösen Krankheiten, z.B. bei einer Infizierung mit Corona, wie in einer Isolierstation zu transportieren. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Die abgeschlossene Klarsichtkuppel und verschiedene Luftfilter schirmen die Patient*innen zu 100 Prozent von der Umgebung ab. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Über luftdichte Zugänge kann der Patient oder die Patientin an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie gleichzeitig überwacht und behandelt werden. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Nach dem Transport von mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist die aufwendige Desinfektion des Hubschrauberinnenraums nicht notwendig. So sparen die Besatzungen wertvolle Zeit und der Hubschrauber steht schneller wieder zur Verfügung. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Insgesamt starteten die Besatzungen der DRF Luftrettung zu 300 Einsätzen mit gesichertem Befund oder Verdachtsfall von Covid-19 im ersten Halbjahr 2020. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Rund 40.000 Euro kostet ein „EpiShuttle“. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Insgesamt kommt an elf Stationen der DRF Luftrettung ein „EpiShuttle“ zum Einsatz. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Die medizinischen Besatzungen der Stationen wurden eingehend mit dem „EpiShuttle“ vertraut gemacht, unter anderem durch ein umfangreiches Einsatzkonzept, das unterschiedlichste Szenarien berücksichtigt. Dadurch sind die Crews in der Lage, bei entsprechender Indikation, Transporte mit dem „EpiShuttle“ nach höchsten Sicherheitsstandards durchzuführen. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Die elf „EpiShuttles“ sind ein Baustein des umfassenden Hygienekonzepts der DRF Luftrettung. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Eine optimale Befestigung der „EpiShuttles“ im Hubschrauber wird durch eine spezielle Bodenplatte erreicht, die der EASA Part 21-Entwicklungsbetrieb der DRF Luftrettung entwickelt hat. (Quelle DRF Luftrettung)
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Alle Stationen der DRF Luftrettung sind trotz der außergewöhnlichen Herausforderungen im Zuge der Corona-Pandemie vollumfänglich einsatzbereit und für die Menschen da. (Quelle: DRF Luftrettung)
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Auch die Pilot*innen der DRF Luftrettung tragen bei einem Patiententransport aktuell einen Mund-Nasen-Schutz während des Fluges. (Quelle: DRF Luftrettung)
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